Sullivan’s Crossing ist eine kanadische Romantikserie, die auf der gleichnamigen Bestseller-Reihe von Autorin Robyn Carr basiert. Die Serie, produziert von Reel World Management in Zusammenarbeit mit Bell Media und Fremantle, feierte im März 2023 auf dem kanadischen Sender CTV Premiere und läuft in den USA auf The CW. Im Mittelpunkt steht die Neurochirurgin Maggie Sullivan (Morgan Kohan), die nach einem beruflichen Skandal in Boston in ihre Heimat zurückkehrt, um sich mit ihrem Vater Sully (Scott Patterson) zu versöhnen. An ihrer Seite: Cal Jones, gespielt von Chad Michael Murray. Mit mittlerweile vier Staffeln hat sich Sullivan’s Crossing zu einer der beliebtesten kanadischen Serien entwickelt und erreichte auf Netflix die globalen Top 10.
Wo wurde Sullivan’s Crossing gedreht? Die Antwort führt an die Ostküste Kanadas, genauer gesagt nach Nova Scotia. Die fiktive Kleinstadt Timberlake, in der die Handlung spielt, ist ein Mosaik aus verschiedenen Orten rund um Halifax, der Hauptstadt der Provinz. Von idyllischen Seen über historische Pubs bis hin zu malerischen Küstendörfern an der South Shore erstrecken sich die Drehorte der Serie Sullivan’s Crossing über einen großen Teil Nova Scotias.

Inhaltsverzeichnis
Harold T. Barrett Fun Forest Camp – Beaver Bank, Nova Scotia
Der namensgebende Campingplatz Sullivan’s Crossing ist das Herzstück der Serie. Hier lebt Sully, hier kehrt Maggie zurück, und hier spielt sich ein Großteil der Handlung ab. In der Realität wurde der Campingplatz am Harold T. Barrett Fun Forest Camp gedreht, einem Pfadfindergelände am Beaver Bank Lake. Die Anlage gehört Scouts Canada und wurde im Jahr 2000 eröffnet. Sie liegt auf einem etwa 2 Hektar großen Grundstück, rund 25 Kilometer nördlich von Downtown Halifax.
Das Camp ist nicht öffentlich zugänglich, was der Produktion ausreichend Platz und Ruhe für die Dreharbeiten bietet. In der Serie stellt der Ort den fiktiven Campingplatz am See dar, der Timberlake seine besondere Atmosphäre verleiht. Ergänzende Campingplatz-Szenen wurden laut Tourism Nova Scotia auch im Oakfield Provincial Park in Oakfield und im benachbarten Laurie Provincial Park am Grand Lake gedreht.
Hali Deli (Shandon’s Diner) – Halifax, Nova Scotia
Jede gute Serie braucht einen Treffpunkt: In Friends war es das Central Perk, in Gilmore Girls Luke’s Diner. In Sullivan’s Crossing übernimmt Shandon’s Diner diese Rolle. Hinter dem Diner steckt in Wirklichkeit das Hali Deli, ein jüdisch-inspiriertes Delikatessenrestaurant im Norden von Halifax. Sowohl die Außen- als auch die Innenszenen wurden hier vor Ort gedreht. Das Restaurant besticht durch sein Retro-Dekor und eine kunstvoll gestaltete Decke.
Abseits der Kamera serviert das Hali Deli Smoked-Meat-Sandwiches, Latkes, Fish and Chips und ein ganztägiges Frühstück. Ein Besuch lohnt sich für Fans der Serie und Liebhaber herzhafter Küche gleichermaßen. Übrigens befindet sich das Haus, das in der Serie als Rafes Zuhause dient, nur wenige Straßen entfernt in der Inglis Street. Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1893.
Drehorte von Sullivan’s Crossing in Peggy’s Cove
Der berühmte Leuchtturm von Peggy’s Cove ist wohl einer der meistfotografierten Leuchttürme Kanadas, und er taucht regelmäßig in Sullivan’s Crossing auf. Bereits im Vorspann und in zahlreichen Establishing Shots ist das Fischerdorf an der Küste Nova Scotias zu sehen. In Staffel 1 wurde hier außerdem die Motorradszene mit Sydney und Rafe gedreht. Der Leuchtturm wurde 1915 erbaut und wacht seitdem über das kleine Dorf. Peggy’s Cove diente auch als Drehort für den Hallmark-Film Christmas Island.
Fisherman’s Cove – Eastern Passage, Nova Scotia
In der zweiten Staffel von Sullivan’s Crossing spielt Fisherman’s Cove eine wichtige Rolle. Das rund 200 Jahre alte Fischerdorf in Eastern Passage diente als Kulisse für eine Gemeinschaftsfeier, bei der das Waterfront-Restaurant Boondocks im Bild zu sehen ist. Auf dem Kai von Fisherman’s Cove genießen die Figuren Fish and Chips mit Blick auf den Halifax Harbour. Auch eine Szene, in der zwei Charaktere durch die bunten Läden des Dorfes schlendern, wurde hier aufgenommen.
Fisherman’s Cove liegt nur wenige Autominuten von Downtown Halifax entfernt und ist frei zugänglich. Besucher können über den Boardwalk am MacCormacks Beach Provincial Park spazieren und die lokale Kunst- und Gastronomieszene erkunden. Das Boondocks Restaurant taucht auch in Staffel 1 auf, unter anderem in einer Pokerszene.
Syncline House – Halifax, Nova Scotia
Eine der architektonisch auffälligsten Locations in der Serie ist das Syncline House im Süden von Halifax, nahe dem Point Pleasant Park. Das Haus dient in Sullivan’s Crossing als markanter Schauplatz am Ende der sechsten Folge der ersten Staffel. In der Realität handelt es sich um ein modernes Wohnhaus, das 2017 vom renommierten Architekturbüro Omar Gandhi Architects entworfen wurde. Das Gebäude besteht aus zwei weißen, versetzten Baukörpern, die mit deutschen Faserzementplatten der Marke Fibre C verkleidet sind und auf einem Betonsockel ruhen.
Der Name Syncline verweist auf eine geologische Falte im Gestein, die direkt unter dem Gebäude verläuft. Von den Terrassen aus bietet sich ein Blick auf den North-West Arm, eine Meeresbucht von Halifax. Das Haus ist ein Privatgebäude und nicht öffentlich zugänglich.
Hatfield Farm – Hammonds Plains, Nova Scotia
Die große Eröffnungsparty von Sullys Campingplatz in der dritten Folge von Staffel 1 wurde auf der Hatfield Farm in Hammonds Plains gedreht. Die Event-Location mit Rodeo-Thema ist in der Episode deutlich zu erkennen. Abseits der Serie bietet die Hatfield Farm ein breites Freizeitangebot für Familien: Planwagenfahrten, Streichelzoo, Ponyreiten und einen Spielplatz. Die Farm liegt nur wenige Kilometer außerhalb von Halifax und ist ein beliebtes Ausflugsziel.
The Mercantile Social und Art Gallery of Nova Scotia – Downtown Halifax
Wenn Maggie in Sullivan’s Crossing nach Boston zurückkehrt, entsteht dieser Eindruck in Wahrheit mitten in Halifax. Das stilvolle Restaurant The Mercantile Social in der Innenstadt diente als Double für ein Bostoner Restaurant in der sechsten Folge. Nur zwei Straßen weiter, vor der Art Gallery of Nova Scotia, wurde in derselben Episode die bekannte Hot-Dog-Szene gedreht. Die Kunstgalerie beherbergt eine umfangreiche Sammlung kanadischer und internationaler Kunst und ist einen Besuch wert.
Sullivan’s Crossing nutzt Halifax generell häufig als Stand-in für Boston. Auch die Doyle Street und die George Street im Stadtzentrum dienten als Drehorte, unter anderem für Szenen rund um eine Anwaltskanzlei. Wer die Drehorte der Serie in echt erleben möchte, findet vieles davon fußläufig im Kern von Downtown Halifax.
Prince George Hotel – Halifax, Nova Scotia
Gleich in der allerersten Folge von Sullivan’s Crossing wird Maggie bei einer Preisverleihungsgala von der Bühne geholt. Diese Szene wurde im Ballsaal des Prince George Hotel gedreht, einem Vier-Sterne-Hotel im Herzen von Downtown Halifax. Das Hotel mit seinen 203 Zimmern liegt in Gehweite zum Halifax Waterfront Boardwalk, den Public Gardens und der Halifax Citadel National Historic Site. In der Serie stellt der Ballsaal einen eleganten Veranstaltungsort in Boston dar.
Weitere Drehorte
Neben den zentralen Locations gibt es eine ganze Reihe weiterer Drehorte, die Sullivan’s Crossing seine visuelle Vielfalt verleihen.
Der Shubie Park in Dartmouth, direkt gegenüber von Halifax gelegen, ist in vielen Szenen als Naturkulisse zu sehen. Die Waldwege, Picknickplätze und historischen Kanalschleusen des Parks dienen als Wanderwege und Treffpunkte von Timberlake. In der zweiten und dritten Staffel wurde außerdem ein Feuerwehrhaus in Mount Uniacke als Drehort genutzt.
Sullys Haus in der Serie ist ein echtes Seegrundstück am Five Islands Lake in Hubley, etwa 15 Kilometer westlich von Halifax. Das zweistöckige Haus mit vier Schlafzimmern wurde 2020 mit einem Preis von 750.000 Dollar gelistet. Die Indian Falls bei Newburne im Lunenburg County dienten als Wasserfall-Location in mehreren Folgen der ersten Staffel. Auch Mahone Bay, bekannt für seine drei nebeneinander stehenden Kirchen am Hafen, taucht als wiederkehrendes Establishing Shot auf. Szenen in Staffel 2 wurden zudem in Lunenburg gedreht, das auch als Drehort der Serie We Were Liars bekannt ist. Die Agricola Street in Halifax’s North End ist ebenfalls regelmäßig im Bild, ebenso wie der Lawrencetown Beach und die Küstendörfer Chester und Hubbards. Wer die Drehorte von Virgin River kennt, wird feststellen, dass Sullivan’s Crossing eine ganz andere Seite Kanadas zeigt: statt der Berge British Columbias die raue Atlantikküste Nova Scotias.
Ein interessantes Detail: Die Außenaufnahmen der Bank, die immer wieder in der Serie auftaucht, sind tatsächlich Stock-Footage eines historischen Gebäudes in Mt. Pleasant, Utah. Es ist der einzige Drehort der Serie, der nicht in Nova Scotia liegt.
Nova Scotias Atlantikküste als Serienstar
Die Entscheidung, Sullivan’s Crossing in Nova Scotia anzusiedeln, war eine bewusste Wahl. In den Büchern von Robyn Carr spielt die Geschichte in den Rocky Mountains von Colorado. Showrunnerin Roma Roth wollte sich jedoch von der anderen Carr-Adaption Virgin River abheben, die in Vancouver gedreht wird. Laut einem Interview mit dem Magazin Variety sagte Roth, sie habe die Serie bewusst in und für Nova Scotia entwickelt, um als gebürtige Kanadierin eine Serie mit globaler Reichweite zu schaffen. Darsteller Chad Michael Murray bezeichnete Halifax im Gespräch mit Parade als verstecktes Juwel und empfahl Fans der Serie ausdrücklich, die Provinz zu besuchen. Tourism Nova Scotia nutzt die Bekanntheit der Serie aktiv für Tourismuskampagnen und bewirbt die Drehorte von Sullivan’s Crossing in echt als Reiseziel an der Ostküste.
Sullivan’s Crossing lebt davon, dass die Drehorte nicht nur Kulisse sind, sondern echte Orte mit Geschichte und Charakter. Vom Pfadfindercamp am Beaver Bank Lake über das nostalgische Hali Deli bis zum architektonischen Statement des Syncline House bietet die Serie einen faszinierenden Querschnitt durch Nova Scotia. Wer die Serie liebt, findet in Halifax und Umgebung ein kompaktes Reiseziel, in dem sich viele dieser Drehorte an einem verlängerten Wochenende besuchen lassen.