Doctor Strange in den Kinos nicht erfolgreich?

Marvel

Disneys und Marvels “Doctor Strange in the Multiverse of Madness” hat sein zweites Wochenende an den heimischen Kinokassen mit $61 Mio. abgeschlossen, was einem Rückgang von 67% entspricht.

Makrotechnisch gesehen läuft der Film hervorragend. Mit einem weltweiten Einspielergebnis von $688 Mio. hat er bereits das Gesamteinspielergebnis seines Vorgängers übertroffen. Der Film ist außerdem auf dem besten Weg, weltweit etwa $1 Milliarde einzuspielen – eine hervorragende Zahl, wenn man bedenkt, dass der Film nicht so viel Zuspruch erfährt wie “Spider-Man: No Way Home” im Dezember.

Eine genauere Betrachtung des Gesamteinspielergebnisses aller Filme an diesem Wochenende hat jedoch einige Bedenken aufgeworfen. Die meisten Marvel-Filme haben an ihren zweiten Wochenenden hohe 50% Einbußen zu verzeichnen.

Noch besorgniserregender ist jedoch, dass “Strange” zwei Drittel aller Einnahmen an den Kinokassen ausmachte – während der Rest der gesamten Kinolandschaft zusammen nur $31 Millionen einspielte.

Dazu gehört auch der neue Kinostart “Firestarter”, der mit $3,8 Millionen auf dem vierten Platz landete. Schlechte Kritiken taten dem Film mit Zac Efron in der Hauptrolle keinen Gefallen, ebenso wenig wie ein gleichzeitiger Peacock-Start. Der Erfolg von “Halloween Kills” mit der gleichen Strategie im letzten Jahr zeigt jedoch, dass der Einfluss von Peacock zu vernachlässigen ist.

Das bedeutete, dass die US-Kinokassen insgesamt an diesem Wochenende $92 Millionen einspielten. Abgesehen von den letzten beiden Jahren wegen COVID hat seit 2007 kein Mai-Wochenende mehr weniger als $100 Millionen eingespielt.

In letzter Zeit gab es mit Filmen wie “Spider-Man: No Way Home”, “The Batman” und “Uncharted” eine ganze Reihe von Erfolgsgeschichten, während Filme wie “Sonic the Hedgehog 2” und “Everything Everywhere All at Once” immer noch gut laufen.

Die Pandemie als Erklärung für die schwachen Einspielergebnisse heranzuziehen, klingt daher ein wenig hohl, denn das Publikum in 2022 hat bewiesen, dass es in Scharen kommt, wenn es will. Trotz des Erfolgs der genannten Filme und der “Strange”-Fortsetzung liegt das Gesamteinspielergebnis in 2022 Berichten zufolge immer noch bei weniger als 60% des Niveaus, das zur gleichen Zeit des Jahres in 2019 erreicht wurde.

Man kann die Schuld auch nicht auf Filme schieben, die überstürzt in den PVOD aufgenommen wurden. ““The Bad Guys”, “The Lost City” und “The Northman” feierten in der vergangenen Woche ihre Premiere auf PVOD-Formaten, und alle drei haben sich an den Kinokassen gut gehalten – mit Rückgängen von 28%, 37% bzw. 41%. Tatsächlich verzeichnete “Northman” seinen bisher geringsten Rückgang, obwohl er bereits im Handel erhältlich ist.

So ist eine Diskussion über den Mangel an Kinofilmen entstanden, insbesondere an Breitwandfilmen, da das Programm der Studios in diesem Jahr eher dünn ist. Die Blicke richten sich auf “Downton Abbey: A New Era” in der kommenden Woche und – noch wichtiger – “Top Gun: Maverick” in der darauffolgenden Woche, um hoffentlich die Dampfmaschine des Kinos anzukurbeln, denn es scheint, dass in diesem Sommer jede große Neuerscheinung zählt, wenn das Kino eine Zukunft jenseits gelegentlicher Tentpoles haben soll.

Quelle: Indiewire

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