Pluribus ist eine amerikanische Science-Fiction-Serie, die seit November 2025 auf Apple TV+ läuft. Entwickelt von Vince Gilligan, dem Schöpfer von Breaking Bad und Better Call Saul, folgt die neunteilige erste Staffel der Schriftstellerin Carol Sturka (Rhea Seehorn): Nach einem rätselhaften Alienvirus verwandelt sich die gesamte Menschheit in ein willfähriges, glückliches Kollektivbewusstsein. Carol ist eine der wenigen Immunen und damit, wie die Prämisse knapp zusammenfasst, „der elendste Mensch der Erde“ und gleichzeitig die einzige Hoffnung für die Menschheit. Die Serie wurde von der Kritik begeistert aufgenommen und brach beim Start sämtliche Zuschauerrekorde auf Apple TV+. Seehorn gewann dafür sowohl den Golden Globe als auch den Critics‘ Choice Award als beste Schauspielerin in einer Dramaserie.
Gedreht wurde Pluribus auf zwei Kontinenten: hauptsächlich in Albuquerque, New Mexico, ergänzt durch Aufnahmen in Montana sowie an mehreren Standorten in Spanien, darunter dem Baskenland, Asturien und den Kanarischen Inseln.

Inhaltsverzeichnis
Very Large Array (VLA) – Socorro County, New Mexico, USA
Die Eröffnungssequenz der ersten Folge spielt an einem Radio-Observatorium, in dem Astronomen ein unbekanntes außerirdisches Signal empfangen. Dafür nutzte die Produktion das echte National Science Foundation Very Large Array (NSF VLA) auf der Ebene von San Agustín im Socorro County, westlich von Magdalena, New Mexico. Das Observatorium besteht aus 27 riesigen Parabolantennen mit einem Durchmesser von je 25 Metern, die gemeinsam als ein einziges riesiges Teleskop arbeiten. Das NRAO bestätigte die Dreharbeiten und erklärte, die Produktion habe das Gelände über mehrere Tage von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang genutzt, inklusive eines eigens aufgebauten „Kontrollraums“ mitten zwischen den Antennen. Die Anlage wurde in den 1970er-Jahren gebaut und 2012 nach dem Radioastronomen Karl G. Jansky benannt.
Auch bekannt aus dem Science-Fiction-Film Contact (1997) mit Jodie Foster, bei dem das VLA ebenfalls eine tragende Rolle spielt. Wer die Drehorte von Pluribus besuchen möchte, kann das Observatorium besichtigen: Es liegt rund zwei Autostunden von Albuquerque entfernt und ist für Besucher geöffnet.
Das NRAO schrieb auf X: „Unsere riesigen Antennen sind nicht nur Kulisse, sondern Teil der eigentlichen Handlung!“ — @TheNRAO auf X
Heads up, astronomy fans! You can spot the NSF Very Large Array in the brand-new @AppleTV series ‘Pluribus.’ Our giant dishes aren’t just background scenery, but actually play into – and kick off – the show’s main storyline! 📡 #Pluribus #VeryLargeArray
— National Radio Astronomy Observatory | NRAO (@TheNRAO) November 29, 2025
📸 Credit: Rob Overbeck pic.twitter.com/oqgxcFK6xP
Carols Wohnviertel – West Mesa, Albuquerque, New Mexico, USA
Das Herzstück der Serie ist Carols Straße, eine typische amerikanische Vorstadtsackgasse. Für Pluribus baute die Produktion diese Kulisse vollständig neu: Am Westrand von Albuquerque auf dem West Mesa, mit Blick auf die Sandia Mountains, entstanden sieben Wohnhäuser inklusive Vorgärten, Bürgersteigen, einem kleinen Park und einem Straßennetz. Carol Sturkas Haus wurde von innen und außen als funktionierendes Set errichtet. Gilligan entschied sich bewusst gegen die Nutzung echter Häuser, nachdem Fans jahrelang das Walter-White-Haus aus Breaking Bad belagert und beschädigt hatten. Das künstlich angelegte Viertel ist damit selbst ein Beispiel dafür, wie legendäre Filmkulissen in der echten Welt gebaut werden, um Fanprobleme zu vermeiden und gleichzeitig maximale Produktionskontrolle zu behalten. Die Nachbarschaft ermöglichte außerdem aufwendige Nachtdrehs, Stunts und visuelle Effekte mit freier Sicht auf die Bergkulisse.
Albuquerque International Sunport – Albuquerque, New Mexico, USA
Der Albuquerque International Sunport, der internationale Flughafen der Stadt, taucht in Pluribus als er selbst auf: In der Pilotfolge kommen Carol und Helen am Sunport an und gehen durch das Terminal. Der Flughafen ist ein vertrautes Motiv im sogenannten „Gilliverse“: Auch in Breaking Bad und Better Call Saul taucht das Parkhaus des Sunport immer wieder auf. Für Pluribus-Fans ist der Sunport praktisch: Wer Albuquerque als Reiseziel wählt, landet hier automatisch und betritt die Kulissenwelt der Serie schon bei der Ankunft.
Barnes & Noble Coronado Center – Albuquerque, New Mexico, USA
Die Buchhandlung Barnes & Noble im Einkaufszentrum Coronado Center, 6600 Menaul Blvd. NE, diente als Drehort für eine Buchsignierung von Carol Sturka. Carol ist in der Serie eine Bestsellerautorin, und die Szene verankert ihren Ruhm ganz konkret in der Alltagswelt Albuquerques. Die Buchhandlung ist Teil einer der größten Buchladenketten der USA und für Besucher selbstverständlich weiterhin zugänglich.
CNM Rio Rancho Campus – Rio Rancho, New Mexico, USA
Das biologische Militärlabor, das in der Serie als zentraler Forschungsort für die mysteriöse Virus-Untersuchung fungiert, wurde am Central New Mexico Community College (CNM) Rio Rancho Campus gedreht, 2601 Campus Blvd. NE in Rio Rancho. Der Campus ist ein modernes Bildungszentrum am nordwestlichen Rand der Albuquerque-Metropolregion. Ebenfalls in Pluribus genutzt: der CNM Westside Campus (10549 Universe Blvd. NW), der als Saint-Joan-Krankenhaus zu sehen ist.
La Cumbre Brewing Co. – Albuquerque, New Mexico, USA
Eine der ungewöhnlicheren Drehort-Entscheidungen traf die Produktion bei der „Duke City Dairy“, einer Molkerei, die in der Serie eine Rolle spielt. In Wirklichkeit handelt es sich um die La Cumbre Brewing Co., eine bekannte Craft-Brauerei in Albuquerque. Die lokale Nachrichtenredaktion KRQE listete den Ort als bestätigten Drehort. La Cumbre ist seit 2009 eine der bekanntesten Adressen der Albuquerquer Bierszene und für Besucher geöffnet.
Bilbao Airport + Kongresszentrum Oviedo – Spanien
Für die europäischen Szenen der Serie reiste die Produktion erstmals nach Spanien. Der Außenbereich des Bilbao-Flughafens im Baskenland diente als Drehort für eine Ankunftssequenz. Das markante Gebäude aus dem Jahr 2000 wurde vom valencianischen Architekten Santiago Calatrava entworfen und ist für seine geschwungenen weißen Bögen bekannt. Innenaufnahmen, die als Bilbao-Flughafen erscheinen, wurden jedoch rund 100 Kilometer entfernt gedreht: im Kongress- und Ausstellungszentrum Oviedo (Palacio de Congresos y Exposiciones, C. Arturo Álvarez Buylla 5, Asturien), das ebenfalls von Calatrava stammt und mit seinen langen weißen Gängen und geometrischer Symmetrie optisch nahtlos anschließt. Die Dreharbeiten in Bilbao fanden laut Bestätigung der Stadtbehörde im Dezember 2023 über zwei Tage statt.
Inhaltlich spielt Bilbao in der Handlung eine Rolle: In Episode 2 erfährt man, dass Carol und Helen geplant hatten, das Guggenheim Bilbao zu besuchen, das berühmte Titan-Museum von Frank Gehry. Wer sich für spektakuläre Architektur als Filmkulisse interessiert, findet auf bekannte-drehorte.de auch einen Überblick zu den James-Bond-Drehorten rund um die Welt, die ähnlich markante Schauplätze nutzen.
Kanarische Inseln: Gran Canaria und La Palma – Spanien
Mehrere Szenen, die in der Serie geographisch ganz woanders verortet sind, entstanden auf den Kanarischen Inseln. Aufnahmen, die ein norwegisches Eishotel darstellen, sowie Szenen auf einem marokkanischen Hügel bei Tanger wurden laut mehreren Quellen auf Gran Canaria und La Palma gedreht. Auf La Palma entstanden außerdem Szenen in der Wasserfallregion Los Tilos innerhalb des Parque Natural de Las Nieves, einem Lorbeerwald-Naturschutzgebiet. Auch das Santuario de Nuestra Señora de las Angustias nahe Puerto de Tazacorte auf La Palma taucht auf. Der Viaducto de los Tilos, eine Brücke ebenfalls auf La Palma, ist kurz zu sehen. Gran Canaria, Las Palmas: Eine leere Stadtszene bei Nacht entstand auf der Calle Presidente Alvear in der Hauptstadt der Insel.
Die Kanarischen Inseln zählen zu den vielseitigsten Kulissenlandschaften Europas. Auch Produktionen wie Foundation, The Midnight Sky und Doctor Who haben dort gedreht.
Iturregi Hotela – Getaria, Baskenland, Spanien
Ein Anwesen in Nordspanien, das in Pluribus mehrfach zu sehen ist, befindet sich laut Fanquellen und der Datenbank Atlas of Wonders im Iturregi Hotela in Getaria, einem kleinen Fischerstädtchen im Baskenland (Askizu, 20808 Gipuzkoa). Das Landhotel liegt oberhalb des Atlantiks mit Panoramablick auf Kap Getaria und die Küstenlinie. Getaria ist auch als Geburtsort des Seefahrers Juan Sebastián Elcano bekannt, der als erster Mensch die Erde umsegelte.
Weitere Drehorte
In Albuquerque wurden zusätzlich folgende Orte genutzt: das Milne Stadium (1200 Hazeldine Ave SE) für eine Krocketsequenz; das Albuquerque College and Career High School-Gebäude (940 University Blvd. SE) als Krankenhaus; die First Baptist Church (4101 Paseo del Norte Blvd. NW) für eine Kranszene; sowie das historische Gebäude 505 Marquette Avenue (heute PNC Bank Building) für eine ungewöhnliche Golfszene aus großer Höhe. Das Los Poblanos Historic Inn, ein historisches Anwesen im Norden Albuquerques, erscheint ebenfalls in der Serie.
Zusätzliche Aufnahmen entstanden in Helena, der Hauptstadt von Montana. Die Stadt, auch bekannt als „Queen City of the Rockies“, ähnelt Albuquerque im Landschaftsbild durch die prägnante Bergkulisse und diente als Ergänzung für ausgewählte Außenaufnahmen.
Mini-Reiseplan: Pluribus auf zwei Tagen in Albuquerque
Tag 1: Ankunft am Albuquerque International Sunport (Staffel 1, Folge 1), dann Fahrt in den Norden zur La Cumbre Brewing Co. und weiter in Richtung West Mesa für einen Blick auf das Areal des gebauten Wohnviertels. Abends downtown.
Tag 2: Tagesausflug zum VLA in San Agustín (ca. 2 Std. Fahrt). Rückweg über den CNM Rio Rancho Campus. Abschluss: Buchsignierung nachstellen bei Barnes & Noble im Coronado Center.
Albuquerque als Serienkulisse: Ein bewusster Entscheid
Vince Gilligan hatte lange überlegt, ob er nach Breaking Bad und Better Call Saul erneut in Albuquerque drehen sollte. Er fürchtete, Zuschauer könnten Rhea Seehorns neue Figur Carol automatisch mit ihrer früheren Rolle als Kim Wexler verbinden. Letztlich überwogen aber die praktischen Argumente: ein eingespieltes Produktionsteam, bestehende Studioinfrastruktur und der attraktive Steuerrabatt des Bundesstaates New Mexico. „I love shooting in New Mexico … but also, frankly, as a business person, I love this rebate“, sagte er gegenüber Medien. Bewusst mied er Orte, die er bereits für frühere Produktionen genutzt hatte. Intern lief das Projekt unter dem Arbeitstitel Wycaro 339. Die Dreharbeiten liefen von Februar bis September 2024 und beschäftigten rund 500 Crewmitglieder, über 100 Hauptdarstellerinnen und Darsteller sowie mehr als 800 Statisten aus dem Bundesstaat.
Pluribus Drehorte in echt – ein Ausnahmeprojekt
Die Drehorte der Serie Pluribus spiegeln Gilligans Arbeitsweise wider: konkrete, reale Orte, die eine Handlung erden und ihr Glaubwürdigkeit verleihen. Das VLA in der Wüste New Mexicos, der schwungvolle Calatrava-Flughafen in Bilbao, die Lavaklippen von La Palma und eine eigens gebaute Vorstadt am Fuß der Sandia Mountains ergeben zusammen eine Welt, die gleichzeitig vertraut und seltsam fremd wirkt. Genau dieses Spannungsfeld macht Pluribus als Drehort-Erlebnis so interessant.